Spätestens seit der „PISA“-Studie ist bekannt, dass Deutschland in punkto Schulausbildung und Studium im europäischen Wettbewerb bekanntlich eher auf den hinteren Plätzen rangiert.

Förderung des Nachwuchses tut daher not. Ideal, wenn sich diese Zielsetzung mit einer Reduzierung der Steuerbelastung des Auszubildenden selbst oder der die Ausbildung finanzierenden Eltern verbinden lässt.

Staatliche Fördermaßnahmen, insbesondere des leistungsfähigeren Teils des Ausbildungsnachwuchses werden zwar von der Politik zunehmend gefordert. Die Umsetzung in die Praxis erfolgt aber nur zögerlich und halbherzig.

Umso erfreulicher ist es, dass der Steuerbürger hier gelegentlich Unterstützung durch die Finanzgerichtsbarkeit erfährt.

So hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil aus dem Jahr 2003 entschieden, dass Aufwendungen für ein unmittelbar im Anschluss an das Abitur aufgenommenes Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuermindernd geltend gemacht werden können. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Aufwendungen in einem hinreichend konkreten Zusammenhang zu der späteren Tätigkeit stehen.

Trotz einer insoweit klaren Rechtslage wurde auf der Ebene der Finanzverwaltung der Versuch unternommen, diese steuerliche Möglichkeit für das Studium an einer so genannten „Eliteuniversität“ zu verwehren.

Das Finanzgericht RheinlandPfalz hat die Finanzbeamten jedoch in ihre Schranken verwiesen und in einem aktuell ergangenen, allerdings noch nicht rechtskräftigen, Urteil festgestellt, dass die Abzugsfähigkeit der Aufwendungen grundsätzlich auch für ein Studium an einer „Eliteuniversität“ anzuerkennen ist.

Allerdings gilt diese Rechtslage nur für alle noch nicht bestandskräftigen Veranlagungen bis zum Jahr 2003. Denn die richtige und zeitgemäße Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs und zahlreicher Finanzgerichte wurde durch den Gesetzgeber wieder „korrigiert“. Mittels einer entsprechenden gesetzlichen Regelung wurden rückwirkend für die Jahre ab 2004 alle Aufwendungen für ein Erststudium zu lediglich beschränkt abziehbaren Sonderausgaben deklariert.

Unternehmer haben aber hiervon unabhängig die Möglichkeit, Ausbildungskosten ihrer Kinder im Rahmen ihres Betriebes ohne die vorgenannte Einschränkung steuermindernd geltend zu machen.

Das Zauberwort heißt „Ausbildungsdienstverhältnis“ und bedeutet im Kern nichts anderes, als dass der Unternehmer sein Kind als Angestellten im eigenen Betrieb bzw. Praxis beschäftigt.

Diese Konstruktion eignet sich zugleich besonders für mittelständische Unternehmer zur Vorbereitung des Nachwuchses auf die spätere Übernahme des elterlichen Betriebes.

Bei entsprechender Gestaltung können sowohl ein angemessenes Gehalt für das Kind als auch die Kosten für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen (wie z.B. Studienkosten) in voller Höhe als Betriebsausgaben geltend gemacht werden

Das an das Kind gezahlte Gehalt muß von diesem zwar versteuert werden, jedoch fallen bei entsprechender Bemessung und vorausschauender steuerlicher Planung in der Regel keine oder nur geringe Steuern an.

Damit das Ausbildungsverhältnis von der Finanzverwaltung anerkannt wird, sind bei der Ausgestaltung des Dienstverhältnisses bestimmte Rahmenbedingungen einzuhalten. Zu diesen Bedingungen gehört insbesondere die Fremdüblichkeit der getroffenen Vereinbarungen.

Den Bogen überspannt hatte jedenfalls ein Rechtsanwalt in einem aktuell entschiedenen Fall. Der Jurist hatte mit seinem Sohn ein Anstellungsverhältnis vereinbart und diesem neben einem monatlichen Festgehalt nicht nur sein Jurastudium finanziert sondern ihm zudem ein Fahrzeug der Luxusklasse für die Fahrten zur Hochschule zur Verfügung gestellt. Der Sohn war im Gegenzug lediglich verpflichtet, sein Studium zu betreiben und in den Semesterferien ohne eigenen Aufgabenbereich und ohne feste Arbeitszeiten in der väterlichen Kanzlei mitzuarbeiten. Die steuerliche Anerkennung wurde hier zu Recht versagt.

Entsprechende Gestaltungen sollten daher mit Augenmaß und nicht ohne qualifizierte fachliche Begleitung konzipiert werden.